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Dienstag, 3. April 2018

Kaugummipalast Mörbisch | Außendienstphantasien | Legende




Kaugummipalast an der Bushaltestelle, montiert haarscharf unter dem Rahmen der Fahrplantafel. Dreimal drei Sternchen zieren die an einem von Kindern und anderen Schülern wenig frequentierten Ort installierte Vending Facility. Container von begehrten Kau- und Kunststoffwaren sehen üblicherweise strapazierter, wenn nicht gar ramponierter, aus. 

Schmauchspuren von Feuerzeugen, Stauchungen infolge physischer Krafteinwirkung, Schmier- und Lackspuren fehlen ebenso wie jedes sichtbare Anzeichen vollzogenen Konsums. Peter Handkes Postbus nahm eine andere Route. 

Vielleicht hat ein Wartender gelangweilt und ohne näheres Interesse an den formschönen Knebeln gedreht, einer instantanen spielerischen Anwandlung folgend. Sein Vorgänger, der mobile Kaugummiautomatenbefüllbeauftragte, hatte beim Testdrehen kurz über die Wendung "an den Knebeln der Macht" nachgedacht. 

Außendienstphantasien.


Aufnahme 03 03 2008

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Donnerstag, 23. November 2017

Fraktalgeschichten | Helios, der Soldat und die Drohnen




Der „Koloss von Rhodos“, eine etwa 32 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios wurde 225 vor Chr. bei einem Erdbeben zerstört. Illustration nach einem Holzstich Sidney Barclays aus dem Jahr 1880. Quelle: Wikimedia/Public Domain. 


Die Kuppelfigur des Naturhistorischen Museums zu Wien ist eine Helios-Statue; gegenüber wacht eine Pallas Athene über das Kunsthistorische Museum, das Schwesterhaus – beide Figuren wurden von dem Bildhauer Johannes Benk geschaffen. Mt freiem Auge sind die Einzelheiten der Gestalten nicht auszumachen. Per Teleobjektiv aber lassen sich Strahlenkranz und Fackel des Sonnengottes erkennen: Helios (Mithras) als Prototyp für die Freiheitsstatue in New York.

Er ist Frühpensionist nach drei Jahrzehnten als Berufssoldat. Eine jähe Windbö hatte den Fallschirm des Gebirgsjägers erfasst und gegen einen einzelnstehenden Baum geschleudert. Nach dem nur langsam heilenden Beckenbruch war der Fünfzigjährige beim Militär nicht mehr verwendbar. Auf Anweisung des Arbeitsamtes leistete der ehemalige Offizier Hilfsdienste bei archäologischen Ausgrabungen im Helenental. Er sagt, er wohne bei seiner Tante, nachdem er die zu teuer gewordene Mietwohnung hatte aufgeben müssen.

Für mehr oder weniger spektakuläre Foto- und Filmaufnahmen werden zunehmend Drohnen eingesetzt. In einem YouTube-Video wird die Topografie von Auschwitz-Birkenau aus Luft- und Drohnenperspektive gezeigt. Überraschend ist, wie nahe die moderne Besiedelung dem ehemaligen Lager gekommen ist. Man hatte sich die Umgebung menschenleer, wie einst, vorgestellt.

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